Sartorius CP4202S / CP4202S-ACE

  • Hallo,

    die Sartorius CP4202S (4200g / 0,01g) gibt es auch mit dem Zusatz "ACE" in der Modellbezeichnung. Im Gegensatz zum Modell ohne den Zusatz ACE wird bei den technischen Daten in der Betriebsanleitung aber hier nur der Eichwert e=0,1g ohne Angaben zu Wiederholgenauigkeit und Linearität angegeben.

    Bei Kern-Waagen werden schon zusätzlich zum Eichwert e die Wiederholgenauigkeit und die Linearität angegeben. Ist also nicht verboten.

    Sind im Vergleich zur CP4202S (0,01 / 0,03) bei der CP4202S-ACE diese Werte ev. schlechter?

    Grüße

  • Hab jetzt für 150€ eine gepflegt aussehende CP4202S-ACE aus einer Apothekenauflösung erstanden. Die bis 2023 geeichte Waage hatte 2 Probleme:

    1) Ein 2kg / M1 Prüfgewicht wird mit 1999,67g angezeigt. Bei einem Eichwert e=0,1g ist das ein grober Fehler. Auch andere Prüfgewichte im Bereich von 200 - 4200g wurden nicht mit dem korrekten Wert angezeigt.
    Eine Justierung mit dem internen Gewicht änderte nichts daran. Der Quotient aus Soll- und Istanzeigen ergibt aber einen konstanten Faktor. Die Linearität ist mit +/- 0,01g dann sehr gut.

    Da der Verkäufer mir aus Kulanz 75€ erstattet hat, habe ich die Waage behalten. Im geeichten Zustand ist eine Justierung mit einem externen Gewicht nicht möglich. Laut Serviceanleitung kann man nach Entfernung des Siegels am "Eichschalter" trotzdem eine Justierung mit einem externen 2kg Gewicht durchführen. Danach waren alle Messwerte mit einer Anzeigegenauigkeit von +/- 0,01g in Ordnung.

    Die Überschreibung des im internen Speicher abgelegten Gewichtswertes für das interne Justiergewicht ist wohl nur mit einer speziellen Software von Sartorius möglich? Alternativ müsste man das interne Justiergewicht etwas leichter machen. Oder habt ihr eine andere Idee?

    Kann das Verhalten auf einen Transportschaden zurückzuführen sein?

    2) Die Drucktasten "Tare" waren nur mit erheblichen Kraftaufwand zu betätigen.
    Nachdem ich das Eichsiegel schon entfernt hatte, hab ich nun das Gehäuse der Waage geöffnet. Vermutlich durch geschrumpfte Kunststoffteile hatte sich der erforderliche Hub für eine Schalterbetätigung durch die Tastaturfolie etwas vergrößert. Durch eine auf die Schalter geklebte Zwischenlage aus Pappe ist das Problem beseitigt.

    Eine visuelle Inspektion des internen Justiermechanismus ergab keine Auffälligkeiten.

  • Das interne Justiergewicht kann wodurch auch immer ja fehlerhaft geworden sein. Dann renigen oder vorsichtig leichter machen. Ich habe eine S4 Ultramikrowaage mit zu ungenauem internen 100mg Justiergewicht. Das möchte ich tauschen oder regelmäßig ein externes nutzen.

    Bei der eichfähigen wird vermutlich von Vrtwendung im eichpflichtigen Bereich ausgegangen und zählt plus minus 0,1g und genauer ist unbedeutend.

  • Ich würde so eine Waage grundsätzlich mit F1 Gewichten prüfen, je nachdem wie alt das M1 ist, kann es sein, dass dein M1 nix mehr ist.

    Das sich die internen Justagegewichte abnutzen habe ich in 15 Jahren noch nicht gesehen. Die Justage ist grundsätzlich dann problematisch, wenn die Waage nicht ganz im Wasser steht...

  • Wie weiter oben schon beschrieben, habe ich mehrere unterschiedliche Gewichte der Klasse M1 genutzt. Bei einer Justierung mit dem externen Gewicht sind die Messwerte in Ordnung. Eine altersbedingte Abweichung des internen Justiergewichts halte ich auch für unwahrscheinlich.

    Das interne Gewicht ist leichter als 2 kg. Für die Justierung muss nur der entsprechende Umrechnungsfaktor in der Software hinterlegt werden. Dieser Faktor könnte sich z.B. durch eine mechanische Stoßbelastung geändert haben. Eine Anpassung des Faktors kann vermutlich nur der Waagenhersteller durchführen.

    Natürlich habe ich das Gerät mit der angebauten Libelle genau ausgerichtet.