Beiträge von Kasi

    Meine Antwort kommt zwar leider spät, aber besser als nie:

    Bei den aktuellen Premium-Serien von Mettler (XS, XP, XPE) kann man das Service-Symbol nur mittels der firmeninternen Service-Software resetten.
    Als Außenstehender hat man da also keine Chance.

    Hallo,
    Wenn ich das richtig deute, scheint ein "Anzeigen-Treiber" defekt zu sein.
    I.d.R. sind das 2 kleine ICs, die das Signal der CPU für die Anzeige umwandeln.
    Evtl ist auch die Leuchtanzeige an sich defekt.

    Wie Sartorius schon gesagt hat: Ersatzteile (vor allem ICs) für so alte Teile sind kaum bis gar nicht mehr aufzutreiben.
    Wahrscheinlich musst du dich von diesem alten Schätzchen trennen :(

    Kasi

    @ Admin: mit "hol dir lieber eine gute 3stellige Waage" habe ich auch nicht zwingend eine von Sartorius, Mettler oder Co gemeint. Natürlich bringen Waagen von Kern auch gute Ergebnisse zur Anzeige und bei einem Limit von 200€ brauchen wir auch gar nicht über andere Hersteller nachdenken =)

    @ Denis:

    Zitat aus meiner Literatur:

    Reproduzierbarkeit

    Ausmass der Annäherung zwischen den -> Messwerten derselben ->Messgröße, wobei die einzelnen Messungen bei unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt werden, so etwa bezüglich
    - der Messverfahrens
    - des Beobachters
    - der Messeinrichtung
    - des Messortes
    - der Anwendungsbedingungen
    - des Zeitpunktes

    Anmerkung:
    1. Die Reproduzierbarkeit erfordert die Angabe der unterschiedlichen Bedingungen
    2. Die ->Standartabweichung der Messwerte ist ein geeignetes Mass, um den Wert der Reproduzierbarkeit anzugeben.
    (Dagegen ->Wiederholbarkeit)
    3. Fähigkeit einer, bei wiederholten Wägungen desselben Objektes bei veränderten Bedingungen übereinstimmende Messwerte anzuzeigen. Es ist anzugeben, welche Bedingungen verändert wurden, so z.B. Bediener, -> Wägeverfahren, Position auf dem ->Lastträger, ->Aufstellort, ->Umgebungsbedingungen oder unterbrochene Durchführung.

    QUELLE: "Wägelexikon - Leitfaden wägetechnischer Begriffe"
    Seite 185
    ISBN 978-3-540-75907-2


    Zu den Software-Filtern: Die heutigen Waagen ermitteln die Messergebnisse analog, digitalisieren sie und bringen sie erst nach einer Aufbereitung zur Anzeige.
    Diese Aufbereitung erfolgt durch verschiedene Formeln. So gibt es zum Beispiel einen Filter gegen "Zugluft", der nichts anderes macht als anstatt jeden Wert direkt weiterzuleiten 3 oder mehrere Messzyklen "sammelt" daraus den Mittelwert bildet und diesen Wert dann zur Anzeige bringt.
    Das Ergebnis ist eine etwas trägere, aber bei widrigen Verhältnissen genauere Anzeige.

    Und das Tierwägeprogramm funktioniert im Grunde ähnlich:
    (was es im Genauen macht, habe ich allerdings noch nicht herausgefunden)
    Bei den meisten Waagen, die ich kenne funktioniert es so:
    Du legst ein Tier auf die Waage und wenn der Anzeigewert nur noch innerhalb vorher festgelegter Toleranzen schwankt (verursacht durch die Tierbewegung), sammelt die Waage selbstständig 20 oder mehr Messwerte, wobei Ausreißer durch ruckartige Bewegung außen vor gelassen werden.
    Diese Werte werden dann ebenfalls wieder mit einer Formel verrechnet und du bekommst einen recht genauen Wert als Ergebnis präsentiert.

    Zu den Gewichten:
    Natürlich gilt: Je genauer, desto besser.
    Such am Besten mal nach "OIML Gewichtstoleranzen" im Internet.
    Ich hab die Tabelle nicht im Kopf. Aber da gibt es für jede Gewichtsklasse und jedes Gewichtsstück die zulässigen Abweichungen.
    Dann kannst du ja selber ausrechnen, wie genau deine Gewichte sein müssen, damit sie keinen Einfluss auf das Messergebnis haben (i.d.R. < 1/3 digit)

    Gruß,
    Kasi

    Hi Denis,

    aalso ganz zu Anfang mal die 3 "Grundbegriffe", die die Meisten Kunden vertauschen:


    Kalibrieren: Qualifizierung eines Messgerätes. Konkret bei einer Waage: Du legst ein beliebiges Gewicht auf und vergleichst die Anzeige mit dem realen Gewichtswert (den du natürlich kennen musst)

    Justieren: Wurde bei der Kalibrierung eine zu hohe Abweichung der Waage festgestellt, kannst du sie mittels eines ausreichend genauen Gewichtes justieren und dadurch die Abweichung eliminieren.
    Der genaue Vorgang ist von Waage zu Waage unterschiedlich. Meistens
    wird dazu ein fest vorgegebenes Gewicht benötigt, welches im oberen Messbereich der Waage liegt (min 2/3 Wägebereich)

    Eichen: Kann NUR der Eichbeamte! Ist aber auch nur gefordert, wenn über die Waage Dinge verkauft werden (Wenn sie also sozusagen den Preis bestimmt). Es ist im Grunde soetwas wie eine "hochoffizielle, behördliche Kalibrierung"
    Nach der Eichung wird das Gerät mittels Eichsiegel vor Manipulation gesichert. Ist ein Siegel beschädigt, darf die Waage nicht mehr im eichpflichtigen Verkehr eingesetzt werden!


    Was deine Waagen angeht:
    Also mit Kern habe ich persönlich nicht die dollsten Erfahrungen gemacht. Aber ich muss dazu auch sagen, dass ich ein "verwöhntes Kind" bin, welches nur Mettler, Sartorius, Bizerba kennt.
    Von Radwag habe ich noch nichts gehört.

    Generell kann ich dir aber den Tipp geben: Kauf dir lieber eine etwas hochwertigere 3- oder 4-stellige Waage, als eine "billige" 5-Stellige!
    Und wenn du lebende Tiere abwiegst, wirst du meiner Meinung nach selbst bei kleinen Exemplaren nicht um entsprechende Software-Filter herumkommen!
    Denn was nützt dir eine gute Feinwaage, die dann bei jedem Flossenschlag und Wasserschwappen im Glas 10-50 Digit wegläuft.

    Zu den Gewichten: Also ab 4-Stellen würde ich schon zu E2 raten, darunter zu F1.
    Klar, die sind teuer, aber du willst ja auch genau arbeiten!?

    Zur Gewichtsauswahl: Wenn du selbst Kalibrieren / Justieren willst, mache dich vorher schlau welches Gewicht deine zukünfitge Waage dazu verlangt.
    Ansonsten empfehle ich ebenfalls die "2-Gewicht-Methode":

    Das erste Gewicht sollte im Bereich deiner Tara liegen (z.B. 100g)
    und das Zweite ungefähr im Bereich deiner Probe (z.b. 2g)

    nun kannst du folgedene Punkte prüfen:

    0g / 2g / 100g/ 102g

    das ist schon ganz ordentlich und auch finanzierbar.

    Hoffe ich konnte helfen,

    Kasi

    Hallo Walter,
    also das macht auf mich den Eindruck, dass der Teller nicht original für eine 1419 ist, denn normaler Weise sind irgende welche Zusatzgewichte nicht nötig.
    Allerdings sind diese Gewichte scheinbar auch zu schwer, da dadurch die Totlast auf der Waage so hoch ist, dass der Wägebereich ja um 64g herabgesetzt wird.
    Versuche am Besten einmal folgendes:
    Setze nur den leeren Teller auf und nimm die Waage dann ans Netz.
    Bei jedem "Kaltstart" definiert sie nämlich die Totlast neu.
    Jetzt belaste den Teller nach und nach mit den Gewichten und zwar so lange, bis gerade das "L" verschwindet und die Anzeige dunkel wird.
    Das wäre ein Zeichen dafür, dass sie sich einen Einschalt-Nullpunkt sucht.
    Nach kurzer Zeit (abhängig von Qualtät der Waage und der Umgebung) sollte dann auch 0.000g in der Anzeige erscheinen und der Bereich bis 600g zur Verfügung stehen.

    Zum CE: Bei den alten Sartorius mit dieser halbautomatischen Justage-Einrichtung gilt
    -Waage MUSS 0.000g bei entlasteter Waagschale anzeigen
    -Wert darf NICHT schwanken.
    -Totlast darf nicht zu groß sein.

    wenn du diese Kriterien erfüllst, (die Totlast sollte ja nun stimmen) müüste das Gerät sich auch justieren, leichte Windstöße oder ähnliches können da ganz schön graue Haare verursachen *g*

    Gruß,
    Kasi

    Hi Vasko,

    aaalso bei den PR / PGs von Mettler gibts verschiedene Möglichkeiten
    für Drift und Reprofehler

    Das reicht von einem defekten Bauteil auf dem Haupt-PCB über nem Kraftnebenschluss an der CAL-Schaltung bis zu ganz banalem Dreck in
    der Tauchspule...

    In jedem Fall muss nach jedem dieser Eingriffe das Gerät wahrscheinlich extern justiert und der Kennwert überschrieben werden. Bei ner PG geht das nur über eine Spezial-Softwarekassette für die Waage und / oder einen Laptop mit der Mettler-Service-Software.

    Also, wenn du eh "nichts mehr zu verlieren" hast, was die Waage angeht, dann kannst du gerne versuchen den Defekt zu beheben, ansonsten geb ich dem Admin recht: Der Service-Techniker deines Vertrauens bekommts hin!


    Mal angenommen, du versuchst es selbst. Dann empfehle ich dir folgende Reihenfolge:

    Gerät öffnen:
    2 oberen Schrauben auf der Rückseite
    2 Schrauben unter dem Wägeteller
    2 Schrauben auf der Unterseite am äußeren Rand lösen
    NICHT die beiden großen Kreuz / Imbus-Schrauben auf dem Boden der Waage!
    Danach kannst du vorsichtig den Deckel am hinteren Rand hoch"klacken" und nach vorne hin wegdrücken.

    Vorne liegt quer eingebaut das CAL-Gewicht mit Motorschaltung
    Dahinter das Messystem
    Auf der linken Seite liegt der Haupt-PCB

    Wenn das Innere der Waage offensichtlich staubig / dreckig ist:
    VORSICHTIG das Gewicht ausbauen (4 Kreuzschrauben) und dann
    mit einem geeigneten Sauger das Innere der Waage reinigen.
    AUF KEINEN FALL MIT LUFT REINBLASEN!
    Sonst hauste dir den ganzen Staub in die Tauchspule.

    Danach bauste das Gewicht wieder ein.
    Nach Möglichkeit dieses nicht mit bloßen Händen anfassen. Der Schweiß greift die Schutzschicht des Gewichtes an und dann korrodiert es... obwohl bei d=1g ists eh Wurscht *g*

    Das ist very knifflig, am Besten gelingt es (mir jedenfalls) so:

    Als erstes die Signal-Leitung durch das kleine Blech fädeln, aber aufpassen, dass die Isolierung intakt bleibt!
    Dann den Stecker auf den Haupt-PCB stecken und dann gaaanz vorsichtig
    das Gewicht einbauen. Das ist wirklich spaßig, da die Signal-Leitung recht knapp bemessen ist.
    Kontrolliere nochmal, ob die Leitung nicht von der Gewichtsschaltung irgendwo gequetscht wird und dann drückste es mit kraft Richtung Anzeige und schraubst es über Kreuz wieder fest.
    Normal gibts dafür extra ne Service-Lehre, damit das Gewicht nicht an die System-Aufhängung ragt (= schwerer Reprofehler!), aber muss halt so gehen.

    Dann kannste den Teller auflegen und bei offener Waage schonmal nen ersten Test machen: Ist der Fehler weg, Glückwunsch!

    Ist der Fehler noch da und wenn die Waage schon einen Monobloc verbaut hat (Also das Wägesystem ist aus einem massiven Block gelasert):
    Versuch mal Kasi's-Spezial-Geheimtipp:
    Drösel eine feinadrige 1.5mm²Leitung auf und nimm eine einzige Litze.
    Mit der kannst du dann äußerst vorsichtig die kleinen Luftspalte des Monobloc quasi wie mit Zahnseide reinigen. Da wird nicht viel Material bei rauskommen, aber selbst ein winziges Haar oder Staubkorn an der falschen Stelle ist für ne Waage tödlich.

    Wenn der Fehler danach weg ist: Glückwunsch!

    Ist er noch da: Als Laie würde ich nicht versuchen den Spulentopf zu reinigen und ohne Plan auf dem PCB rumlöten ist auch Amok... Sorry

    Zum Abschluss bleibt nur zu sagen: Für einen geschulten Techniker ist so ein Fehler kein Ding, aber ne Waage mit 2100g und d=1g ist leider auch nicht mehr viel Wert... und wenns wirklich am PCB liegt, biste pauschal schonmal paar Hundert EUs quitt --- TK-Programmierung und Urjustage nicht inbegriffen
    Tut mir beinahe Leid um das Gerät *schniff*, auch wenn ich kein ausgesprochener Mettler-Fan bin.

    lg,
    Kasi

    Hi,
    mittlerweile ist ja doch etwas Zeit ins Land gegangen,
    wenn du wirklich die Ecklast-Schrauben gelöst hast...
    dann wird es zumindest recht schwer das wieder in Ordnung
    zu bekommen. per Forum-Beiträgen sowieso.


    Ok, also ans Werk.
    Es gibt mehrere Fehler, die du begangen haben könntest:

    Anstelle des Bereichs-Potis könntest du z.B. das LIN-Poti erwischt
    haben. Dann würdest du eine unlineare Abweichung im Bereich haben.
    Eigentlich müsste das System dann aber noch korrekt einschwingen... hmm


    Also hoffen wir mal, dass du einfach "nur" (wie auch immer) die Vorlast
    verstellt hast, da ja das System offenbar nicht mehr einschwingt
    (das "Klacken" beim Ausschalten ist der Spulenträger, wenn er in
    Ruheposition fällt), halte ich das im Moment für die wahrscheinlichste
    Fehlerquelle.

    Es gibt bei der 1219MP die Möglichkeit einer mech. Vorlast-Justage.

    -Waage öffnen, Schirmblech und Messwiderstand abschrauben (den
    Widerstand aber NICHT ablöten o.ä.!)

    -Am Spulenmagnet sollte oben auf der der "Vorderseite" also Richtung
    Anzeige, ein horizontales Blech mit einer Madenschraube und
    damit fixiert eine Feder sein.

    -Diese Feder bestimmt die Vorlast der Waage:

    -Zur Justage der Vorlast einfach (aber vorsichtig!) die Madenschraube
    anlösen und die Feder stauchen / entlasten und in der neuen Position
    die Madenschraube wieder anziehen.


    Die Vorlsast kontrollierst du so:

    Waage MIT Wägeteller ans Netznehmen und einschalten:
    Wenn der Spulenträger sichtbar einschwingt (oder halt beim Ausschalten
    klackt) bist du auf dem richtigen Weg.

    Bei Anzeige 0.00g den Teller abnehmen.

    -Hast du eine Fabr.Nr VOR 2812999:
    Sollte der Wägewert nun zwischen -2.50 und -4.00 liegen.


    -Hast du eine Fabr.Nr NACH 2901001:
    Waage MUSS im kleinen Messbereich sein!
    Musst du ein Voltmeter (Ri > 20kOhm/V) an den Widerstand
    oberhalb der beiden Potis anschließen.
    Der Messwert sollte im Bereich -225mV bis -270mV liegen


    Wenn dem nicht so ist, wieder vorsichtig und in kleinen Schritten mit der
    Feder justieren.

    Wenn du soweit kommen solltest, schreib einfach nochmal und wir schauen ob wir das alte Schätzelchen wieder fit bekommen!

    lg,
    Kasi


    PS: Was mir eben noch einfällt,
    Irgendwo am Spulenträger (meistens in der nähe der Spule selbst) sind
    2 oder 3 kleine goldene Fäden angelötet.
    Wenn einer davon gerissen ist, bekommt die Spule kein Signal mehr und kann auch nicht einschwingen.

    Kontrolliere das mal als erstes! Nicht dass du aus Versehen einen Faden
    beschädigt hast und wir hier mit Kanonen auf Spatzen schießen.