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Thema: Welche Wägezelle für Bienenwaage? Wie vorgehen?

  1. #1
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    Welche Wägezelle für Bienenwaage? Wie vorgehen?

    Hallo, ich bin gerade am überlegen, wie man eine Waage basteln kann, die Bienenvölker wiegt und dann automatisch das Gewicht per SMS / Internet übermittelt. Die Datenübermittlung soll hier erst einmal nicht im Mittelpunkt stehen, sondern die Waage bzw. Wägezelle an sich.

    Meine ursprüngliche Idee war, eine konventionelle Waage mit RS323-Schnittstelle zu verwenden. Das ist aus diesen Gründen nicht so optimal:
    - Die Waagen die ich gefunden haben, hatten immer eine Auto-Tara-Funktion nach dem Einschalten. Ist die Waage aus und wird sie eingeschaltet, erfolgt automatisch eine Nullstellung, obwohl ja ein Gewicht die Waage belastet. Das darf aber nicht sein, weil das Bienenvolk nicht mal eben weggehoben werden kann.
    - Die Konsequenz wäre die Waage dauernd anzulassen. Das ist bei viele Waagen aber gar nicht möglich, da sie sich nach einer gewissen Zeit an Inaktivität selbst abschalten. Weiter brauchen die Waagen dann viel Strom, den man bei einem Bienenstand im Außenbereich nicht unbedingt hat, da sollen Batterien genügen.

    Daher bin ich am überlegen, selbst eine Waage zu basteln, ich hoffe hier etwas auf eure Hilfe!

    Zwei Probleme, die ich momentan sehe:
    - Temperaturkompensation
    Die Waage soll bei Temperaturen von -20 bis +50 °C arbeiten. Was ich so gelesen habe sind Wägezellen recht Temperaturempfindlich. Wie wird allgemein die Temperatur kompensiert? Durch den physikalischen Aufbau der Wägezelle? Oder wird das per Software mit einer Konstanten / einer mathematischen Funktion kompensiert?

    - Dauerlast / Setzung
    Wie empfindlich sind Wägezellen bezüglich "Setzung" (ich hoffe, das ist der richtige Begriff), gemeint ist eine Dauerbelastung, die ggf die mechanisch-elektronische Funktion der Waage ohne Entlastung oder zwischenzeitliche Tarierung beeinträchtigt?

    Was muss ich bei der Auswahl einer Waagezelle beachten? Ich denke, eine Plattform-Wägezellen könnte hier gut sein. Besonders, weil man dann nur eine Wägezelle benötigt. Ist diese für meine geplante Anwendung geeignet? http://www.bosche.eu/produkt/wagezel...en-br-h30a/805

    Könnte jemand, der sich damit auskennt mal kurz schreiben, wie das Vorgehen allgemein ist? Die Waagezelle wird an einen Operationsverstärker angeschlossen und ich kann dann, z.B. mit einem Arduino oder bare bones Atmel einen Wert auslesen. Kann ich diesen Wert einfach in eine Gewichtsangabe umrechnen und sind die Werte dann für alle baugleichen Wägezellen identisch oder muss ich die Wägezelle kalibrieren?

  2. #2
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    AW: Welche Wägezelle für Bienenwaage? Wie vorgehen?

    Ich versuche mal hier auf ein paar Fragen antworten zu geben.
    Bei vielen Waagen lässt sich das Autonull beim Einschalten deaktivieren und eine komplette Waage kommt eventuell billiger als eine zusammengebaute Waagen von dir.
    - Temperaturkompensation - das kannst Du vernachlässigen, den es gibt viel Waagen die das ganze Jahr über im freien Stehen und wird von der Waagenelektronik ausgeglichen.
    - Dauerlast / Setzung - ein kleines Problem, was aber wenn so ins Gewicht fällt, wenn du nicht gerade in Milligramm wiegen willst( Belastungskriechen von Wägezellen)
    Genannte Wägezelle würde nach meiner Meinung passen.
    Es gibt recht günstige Waagenterminals, die frei Programmierbar sind und haben einen sogenannten ADW, der die Messsignale der Wägezelle in Digitale Messwerte umsetzt.
    Jede Wägezelle hat Abweichungen und sollte immer neu an die Elektronik justiert werden.

  3. #3
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    AW: Welche Wägezelle für Bienenwaage? Wie vorgehen?

    Vielen Dank für die Antworten! Bei der Temperaturfrage habe ich mittlerweile auch herausgefunden, dass der "Nenntemperaturbereich" wohl der Temperaturbereich ist, der von der Wägezelle kompensiert wird. Im Datasheet von Bosche steht das bei der englischen Version auch etwas deutlicher drinnen, was ich aber erst ein paar Tage nach meinem Posting hier gesehen habe: "Nominal (compensated) temperature range".

    Auch die Dauerlast scheint dann ja kein Problem zu sein, das freut mich. Die verlinkte Wägezelle hat "Genauigkeitsklasse C3, Y=7.500". Wenn ich die Zahlen richtig interpretiere sind das 200 kg / 7500 = 0,027 oder 27 g Genauigkeit. Das reicht für meine Zwecke völlig. Und auch die Setzung sollte dann kein Problem sein, da ich ja regelmäßig messe (Abstand Stunden oder max. 1 Tag) und mich eh mehr die Differenzen als das absolute Gewicht interessiert.

    Habe gerade mal nach "Waagenterminals" gesucht aber nichts passendes gefunden. Welche Hersteller gibt es da denn oder wo kann man sowas kaufen?

    Die Information mit dem deaktivieren Autonull beim Einschalten ist super! Gibt es da Waagen im 150-200 kg-Bereich? Oder nach welchem "Feature" muss ich suchen?

    Wie verläuft denn eine Justierung, z.B. bei einem Waagenhersteller? Angenommen er kauft eine Standard-Wägezelle ein, verbaut die in der Waage und was prüft er dann? Nur denn Nullpunkt, der vermutlich je nach Plattform usw. angepasst wird oder kann auch die Funktion mV zu Gewicht bei baugleichen Wägezellen anders sein? Ist die ausgegebene Spannung immer linear zum Gewicht oder könnte das auch nicht-linear sein. D.h. muss ich bei der Justierung nur zwei verschiedene Gewichte mit der dazugehörigen Spannung messen und kann die anderen Werte interpolieren oder können das komische nichtlineare Zusammenhänge sein? Hier steht etwas von einem linearen Verhältnis: http://edg.uchicago.edu/tutorials/load_cell/ das würde die Justierung mit zwei Gewichten und etwas Rechnerei doch einfacher als befürchtet machen.

    Die gekaufte Wägezelle von Bosche kam heute übrigens an. Leider ist sie nicht ganz so schön verarbeitet wie auf dem Produktfoto auf der Website. Die 4 Bohrungen in der Mitte erzeugen eine "schöne" Spitze. Im Katalog sind diese einige Millimeter abgefräst, in der Wirklichkeit steht aber eine scharfe Kante da. Auch bei der Bohrung des einen Loches hat jemand wohl 2x angesetzt und das eine Loch etwas ausgedehnt. Naja, der Preis ist - was ich so gesehen habe - recht gut, da muss man wohl mit so was Leben. Ich hoffe auf die Funktion hat es keinen negativen Einfluss.

  4. #4
    Administrator Avatar von admin
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    AW: Welche Wägezelle für Bienenwaage? Wie vorgehen?

    Habe gerade mal nach "Waagenterminals" gesucht aber nichts passendes gefunden. Welche Hersteller gibt es da denn oder wo kann man sowas kaufen?
    Wägertminal findest du im Netz Suche mal nach "Waagenterminals Shop" möchte hier jetzt keine Werbung für meinen Shop machen

    Die Information mit dem deaktivieren Autonull beim Einschalten ist super! Gibt es da Waagen im 150-200 kg-Bereich? Oder nach welchem "Feature" muss ich suchen?
    Da hilft Dir nur die Beschreibungen nachlesen oder beim Händler nachfragen

    Wie verläuft denn eine Justierung, z.B. bei einem Waagenhersteller? Angenommen er kauft eine Standard-Wägezelle ein, verbaut die in der Waage und was prüft er dann? Nur denn Nullpunkt,
    Im Grunde wird der Nullpunkt (Totlast) und ein weiterer Punkt zwischen 50 - 100 Prozent des Wägebereichs justiert. Der Rest über nimmt die Elektronik.

    Die Funktion der gelieferte Wägezelle wirst Du nur mit Hilfe von Prüfgewichte sehen

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